DIE GESCHICHTE
Die Geschichte des Calypso Cabaret, Bangkoks Cabaret-Pionier
Vom umgebauten Sukhumvit-Kino im Jahr 1988 bis zum eigens errichteten Theater am Flussufer – Calypsos jahrzehntelange Standortwechsel spiegeln das Wachstum des Bangkok-Cabarets selbst wider.
Calypso-Cabaret-Tickets auf GetYourGuide ansehen ↗Eröffnungsabend, 1988
Das Calypso Cabaret öffnete 1988 erstmals seine Türen – in einem renovierten Kino an der Sukhumvit Road. Damals war ein eigenständiges Cabaret-Theater mit professioneller Transgender-Besetzung in Bangkok noch ein relativ neues kommerzielles Format, abseits der kleineren Nachtlokale, die ähnliche Künstler präsentiert hatten. Von Anfang an positionierte sich Calypso als hochwertige, ticketpflichtige Theatershow – nicht als Bar-Act – und richtete sich ebenso an internationale Gäste, die sich für das thailändische Cabaret interessierten, wie an ein lokales Publikum. Diese frühe Entscheidung für Bangkok – statt für die Strandresorts, wo das thailändische Cabaret zuerst berühmt wurde – ist ein Grund, warum die Show heute als einer der unverwechselbaren Abende der Hauptstadt gilt.
Drei Veranstaltungsorte in weniger als fünfundzwanzig Jahren
Calypso blieb nicht lange in seinem ursprünglichen Kino. Berichten zufolge zog es 1992 in ein Theater im Ambassador Hotel an der Sukhumvit Soi 11 um und später erneut ins Asia Hotel an der Phaya Thai Road. Jeder Umzug folgte in der Regel der wachsenden Nachfrage und dem Bedarf an einer größeren, besser ausgestatteten Bühne – nicht etwa einer Änderung des Showformats. Die Revuestruktur, die Playback-Nummern und die Comedy-Sketche blieben an jedem Spielort erhalten. Als Calypso drei Bangkok-Standorte durchlaufen hatte, konnte es auf mehr als zwei Jahrzehnte ununterbrochenen Betriebs zurückblicken – eine Beständigkeit, die nur wenige Bangkok-Shows vorweisen konnten.
Der Umzug an das Flussufer
Calypso soll sich 2012 in seine heutige Spielstätte in Asiatique The Riverfront verlagert haben – in ein eigens errichtetes Theater im damals neu eröffneten Flussufer-Komplex an der Charoen Krung Road. Der neue Veranstaltungsort bietet Berichten zufolge rund 540 Sitzplätze auf etwa 1.400 Quadratmetern – ein deutlicher Schritt nach oben gegenüber den früheren Hotel-Theatern und genug Raum, um die Inszenierungsqualität der Show selbst zu erweitern. Der Umzug verknüpfte Calypsos Schicksal zudem mit dem Aufstieg von Asiatique als nächtlichem Flussufer-Markt und machte aus dem Besuch eines eigenständigen Theaters für die meisten Gäste einen Teil eines größeren Abends aus.
Fast vier Jahrzehnte, ein Format
Was in der Geschichte von Calypso auffällt, ist keine dramatische Neuerfindung – sondern Beständigkeit. Dasselbe Grundformat aus gut einem Dutzend Playback-Nummern, Comedy-Einlagen und einem Finale mit der gesamten Besetzung hat die Show durch vier verschiedene Spielstätten und weit über drei Jahrzehnte getragen. Was sich häufiger ändert, ist das Repertoire selbst: welche Pop-Ikonen Tribut gezollt bekommen, welche regionalen Musikstile im Fokus stehen und wie Kostüme und Inszenierung aufgefrischt werden, um mit dem Zeitgeschmack Schritt zu halten. Diese Kombination – ein stabiles Format mit einer regelmäßig aktualisierten Songliste – ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Calypso so lange kommerziell erfolgreich geblieben ist, in einer Stadt, in der Nachtleben-Locations typischerweise eine deutlich kürzere Lebensdauer haben.
Teil einer breiteren thailändischen Tradition
Calypsos Aufstieg geschah nicht im luftleeren Raum. Thailands bekannteste Transgender-Cabaret-Häuser existierten bereits vorher – die Tiffany's Show in Pattaya reicht bis ins Jahr 1974 zurück, und der Alcazar in derselben Stadt wurde 1981 gegründet – als Calypso 1988 eröffnete, war das thailändische Cabaret also bereits eine etablierte Touristenattraktion, die sich vor allem auf den Badeort Pattaya konzentrierte. Calypsos Beitrag bestand darin, dieses gleichermaßen polierte, theatertaugliche Format in die Hauptstadt selbst zu bringen und Besuchern mit Basis in Bangkok eine Version des Erlebnisses zu bieten, ohne die zweistündige Fahrt in den Süden. Heute werden die drei Häuser oft gemeinsam als die etabliertesten Cabaret-Institutionen des Landes genannt, jedes mit seiner eigenen Geschichte und Spielstätte.
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